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Versicherung zahlt nicht – Versicherungsleistung abgelehnt: Was können Sie tun?

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Mandatsanfrage

Wenn eine Versicherung einen Schaden nicht reguliert, eine Leistung ablehnt oder deutlich weniger zahlt als erwartet, stellt sich schnell die Frage: Ist die Entscheidung des Versicherers tatsächlich rechtlich begründet?

Das lässt sich häufig nicht allein anhand des Ablehnungsschreibens beantworten. Entscheidend sind insbesondere der konkrete Versicherungsvertrag, die Versicherungsbedingungen, der eingetretene Schaden und die Begründung des Versicherers.

Wir prüfen im privaten Versicherungsrecht, ob eine Ablehnung oder Kürzung nachvollziehbar ist und welche Ansprüche gegenüber dem Versicherer bestehen können. Das private Versicherungsrecht ist ein besonderer Schwerpunkt unserer Tätigkeit.

Warum zahlt die Versicherung nicht?

Versicherer lehnen Leistungen aus unterschiedlichen Gründen ab. Nicht jede Ablehnung ist automatisch unberechtigt. Umgekehrt bedeutet ein ausführlich begründetes Schreiben des Versicherers nicht, dass dessen Einschätzung richtig sein muss. Typische Streitpunkte sind beispielsweise:

  • Der Versicherer bestreitet, dass überhaupt ein versicherter Versicherungsfall vorliegt.
  • Der Schaden soll von einem Ausschluss der Versicherungsbedingungen erfasst sein.
  • Der Versicherer beruft sich auf eine Obliegenheitsverletzung.
  • Es wird eingewandt, dass der Versicherte den Schaden selbst verursacht oder mitverursacht habe.
  • Der Versicherer hält bestimmte Voraussetzungen für eine Leistung nicht für erfüllt.
  • Die Höhe des Schadens oder der Versicherungsleistung wird anders bewertet.
  • Ein Gutachten oder eine medizinische Stellungnahme wird anders eingeordnet als vom Versicherten erwartet.
  • Der Versicherer verlangt weitere Unterlagen oder Informationen und stellt die Regulierung zunächst zurück.

Ob eine dieser Begründungen im konkreten Fall tatsächlich trägt, hängt immer von den Umständen und dem jeweiligen Versicherungsvertrag ab.

Versicherung lehnt den Schaden ab – was bedeutet das?

Eine Ablehnung sollten Sie nicht vorschnell als endgültig ansehen. Entscheidend ist zunächst, warum der Versicherer die Leistung ablehnt.

Dazu sollte das Schreiben des Versicherers genau geprüft werden. Häufig wird darin auf bestimmte Klauseln der Versicherungsbedingungen, auf eine Obliegenheit oder auf fehlende Nachweise verwiesen.

Eine sinnvolle Prüfung beginnt deshalb regelmäßig mit drei Fragen:

1. Welcher Versicherungsfall ist eingetreten?

2. Welche Leistung sieht der Versicherungsvertrag für diesen Fall vor?

3. Worauf genau stützt der Versicherer seine Ablehnung oder Kürzung?

Erst auf dieser Grundlage lässt sich beurteilen, ob eine weitere Auseinandersetzung mit dem Versicherer sinnvoll ist.

Die Versicherung zahlt zu wenig

Nicht immer verweigert ein Versicherer die Leistung vollständig. Häufig wird ein Schaden dem Grunde nach anerkannt, aber die Höhe der Zahlung bleibt hinter den Erwartungen zurück. Auch dann kann eine rechtliche Prüfung sinnvoll sein.

Streit kann beispielsweise darüber entstehen, welche Schäden tatsächlich versichert sind, welche Reparaturkosten berücksichtigt werden, ob ein Gutachten zutreffend ist oder ob einzelne Schadenspositionen zu Unrecht nicht anerkannt wurden. Gerade bei größeren Schäden kann eine scheinbar überschaubare Kürzung erhebliche finanzielle Auswirkungen haben.

Ausschlüsse und Obliegenheiten

Versicherungsbedingungen enthalten zahlreiche Regelungen dazu, wann Versicherungsschutz besteht und unter welchen Voraussetzungen Leistungen ausgeschlossen oder gekürzt werden können.

Besonders häufig geht es um sogenannte Obliegenheiten. Dabei handelt es sich um Pflichten des Versicherungsnehmers, die sich aus dem Vertrag oder den Versicherungsbedingungen ergeben können. Dazu können je nach Versicherung beispielsweise die rechtzeitige Schadenmeldung, bestimmte Verhaltenspflichten nach einem Schaden, die Mitwirkung an der Aufklärung oder die Vorlage bestimmter Unterlagen gehören. Ob eine Obliegenheit tatsächlich verletzt wurde und welche rechtlichen Folgen sich daraus ergeben, ist aber stets eine Frage des Einzelfalls.

Was sollten Sie tun, wenn die Versicherung nicht zahlt?

Wenn ein Versicherer die Leistung ablehnt oder kürzt, sollten Sie zunächst den Versicherungsvertrag und das Schreiben des Versicherers sichern und den bisherigen Schriftverkehr vollständig zusammenstellen.

Auch sonstige Unterlagen können wichtig sein. Dazu gehören insbesondere Gutachten, Rechnungen, Fotos, ärztliche Unterlagen, Schadenanzeigen und weitere Nachweise zum Schaden.

Wichtig ist außerdem, Fristen und Termine im Blick zu behalten. Welche Fristen im konkreten Fall gelten, hängt unter anderem von der Versicherung, dem Vertrag und der bisherigen Kommunikation ab.

Bevor Sie gegenüber dem Versicherer eine ausführliche Stellungnahme abgeben, kann es sinnvoll sein, die Ablehnungsgründe zunächst rechtlich prüfen zu lassen. Das gilt insbesondere dann, wenn es um eine hohe Versicherungsleistung geht oder der Versicherer bereits eine endgültige Ablehnung ausgesprochen hat.

Welche Versicherung betrifft Ihren Fall?

Die rechtliche Beurteilung hängt wesentlich davon ab, um welche Versicherung es geht. Die einzelnen Versicherungsarten haben sehr unterschiedliche Voraussetzungen und typische Streitfragen.

Deshalb unterscheiden wir bei der weiteren Prüfung zwischen den jeweiligen Fachgebieten.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung geht es häufig um die Frage, ob die Voraussetzungen für eine Berufsunfähigkeitsleistung erfüllt sind, wie die konkrete bisherige berufliche Tätigkeit einzuordnen ist und ob die medizinischen Voraussetzungen für die Leistung vorliegen.

Auch die Einstellung einer bereits laufenden BU-Rente kann rechtlich relevant sein.

Mehr dazu erfahren Sie auf unserer Seite zur Berufsunfähigkeitsversicherung.

Private Unfallversicherung

Bei der privaten Unfallversicherung stehen häufig die Invalidität, der Invaliditätsgrad, die Gliedertaxe und die Frage im Mittelpunkt, welche Folgen auf das Unfallereignis zurückzuführen sind.

Auch bei der Höhe einer bereits geleisteten Zahlung kann Streit entstehen.

Details hierzu erklären wir auf unserer Seite zur Unfallversicherung.

Wohngebäudeversicherung

Bei Schäden am Gebäude können unter anderem Leitungswasser, Sturm, Hagel, Feuer oder andere versicherte Gefahren eine Rolle spielen.

Häufig entsteht Streit darüber, welche Ursache der Schaden hatte, welche Schäden vom Versicherungsschutz erfasst sind und welche Kosten der Versicherer übernehmen muss.

Mehr dazu auf unserer Seite zur Wohngebäudeversicherung.

Elementarschadenversicherung

Bei Naturereignissen wie Starkregen, Überschwemmung, Hochwasser oder Rückstau kommt es besonders auf den konkreten Versicherungsschutz und die vereinbarten Bedingungen an.

Auch Ausschlüsse und Pflichten rund um die Schadenvermeidung können eine Rolle spielen.

Mehr dazu auf unserer Seite zur Elementarschadenversicherung.

Hausratversicherung

Bei Schäden am Hausrat geht es häufig um Einbruch, Diebstahl, Feuer, Leitungswasser, Sturm oder andere versicherte Gefahren.

Streit kann insbesondere über den Umfang des versicherten Hausrats, die Schadenshöhe oder den Nachweis einzelner Gegenstände entstehen.

Mehr dazu auf unserer Seite zur Hausratversicherung.

Privathaftpflichtversicherung

Die Privathaftpflichtversicherung hat eine Besonderheit: Sie soll nicht nur berechtigte Schadensersatzansprüche erfüllen, sondern den Versicherungsnehmer auch gegen unberechtigte Ansprüche verteidigen.

Daher kann die rechtliche Auseinandersetzung sowohl die Frage betreffen, ob Versicherungsschutz besteht, als auch die Frage, ob überhaupt eine Haftung gegenüber dem Geschädigten besteht.

Mehr dazu auf unserer Seite zur Privathaftpflichtversicherung.

Pkw-Haftpflichtversicherung

Bei der Pkw-Haftpflichtversicherung können insbesondere Fragen des Versicherungsschutzes, der Obliegenheiten und eines möglichen Regresses des Versicherers gegenüber dem Versicherungsnehmer relevant werden.

Bei einem Verkehrsunfall können daneben Schadensersatz- und Regulierungsfragen gegenüber der gegnerischen Haftpflichtversicherung eine Rolle spielen.

Mehr dazu auf unserer Seite zur Pkw-Haftpflichtversicherung.

Rechtsschutzversicherung

Bei der Rechtsschutzversicherung geht es nicht um die Regulierung eines Sach- oder Personenschadens, sondern regelmäßig um die Übernahme von Kosten eines Rechtsstreits.

Entscheidend kann beispielsweise sein, ob der konkrete Streit vom Versicherungsschutz umfasst ist und ob die weiteren Voraussetzungen für eine Kostenübernahme vorliegen.

Mehr dazu auf unserer Seite zur Rechtsschutzversicherung.

Was prüft ein Rechtsanwalt, wenn die Versicherung nicht zahlt?

Bei einer rechtlichen Prüfung geht es nicht nur darum, ob das Ablehnungsschreiben des Versicherers überzeugend klingt. Entscheidend ist vielmehr eine Gesamtbetrachtung des Versicherungsverhältnisses. Wir prüfen insbesondere:

  • den konkreten Versicherungsvertrag und die Versicherungsbedingungen,
  • den Ablauf und die Ursache des Versicherungsfalls,
  • die Begründung des Versicherers,
  • mögliche Ausschlüsse und Obliegenheiten,
  • vorliegende Gutachten und sonstige Nachweise,
  • die Höhe der geltend gemachten Versicherungsleistung,
  • bereits erfolgte Zahlungen oder Kürzungen und
  • mögliche weitere Ansprüche gegenüber dem Versicherer.

Dabei hängt die richtige Vorgehensweise immer von der jeweiligen Versicherung und dem konkreten Schaden ab.

Welche Unterlagen sind für eine Prüfung sinnvoll?

Für eine erste rechtliche Einschätzung sind insbesondere folgende Unterlagen hilfreich:

  • Versicherungsschein oder Versicherungspolice,
  • Versicherungsbedingungen,
  • Schreiben des Versicherers,
  • Schadenanzeige,
  • Gutachten oder Kostenvoranschläge,
  • Rechnungen und Belege,
  • Fotos und sonstige Dokumentation des Schadens,
  • bisherige Korrespondenz mit dem Versicherer,
  • gegebenenfalls ärztliche oder andere fachliche Unterlagen.

Nicht immer werden sämtliche Unterlagen bereits zu Beginn benötigt. Entscheidend ist, dass der bisherige Ablauf möglichst vollständig nachvollziehbar ist.

Muss ich einer Ablehnung des Versicherers sofort widersprechen?

Nicht jede Ablehnung erfordert denselben nächsten Schritt. In manchen Fällen ist zunächst eine sachliche Stellungnahme sinnvoll. In anderen Fällen sollte erst geprüft werden, welche Vertragsklauseln der Versicherer tatsächlich heranzieht und ob seine rechtliche Bewertung zutrifft.

Gerade bei komplexeren Schäden kann es unvorteilhaft sein, vorschnell umfangreich Stellung zu nehmen oder Tatsachen verbindlich einzuordnen, ohne die Versicherungsbedingungen und den bisherigen Schadenverlauf vollständig geprüft zu haben. Deshalb sollte die weitere Kommunikation mit dem Versicherer an den konkreten Fall angepasst werden.

Welche Kosten entstehen bei einer anwaltlichen Prüfung?

Die Kosten einer anwaltlichen Tätigkeit richten sich grundsätzlich nach dem Umfang und Gegenstand des jeweiligen Mandats. Ob und in welchem Umfang eine Rechtsschutzversicherung die Kosten übernimmt, hängt wiederum vom konkreten Rechtsschutzvertrag und den dort vereinbarten Voraussetzungen ab. In unserem ersten gemeinsamen Termin besprechen wir immer, welche Unterlagen benötigt werden und welcher Prüfungsumfang sinnvoll ist.

Häufige Fragen, wenn die Versicherung nicht zahlt

Was kann ich tun, wenn meine Versicherung den Schaden ablehnt?

Zunächst sollte geprüft werden, auf welche konkrete Vertragsregelung und welchen Sachverhalt der Versicherer seine Ablehnung stützt. Anschließend lässt sich beurteilen, ob eine weitere Auseinandersetzung sinnvoll ist.

Was kann ich tun, wenn die Versicherung weniger zahlt als erwartet?

Auch eine Teilzahlung kann rechtlich überprüfbar sein. Entscheidend ist insbesondere, welche Schadenspositionen oder Leistungsbestandteile der Versicherer nicht anerkannt hat und warum.

Muss ich das Ablehnungsschreiben der Versicherung akzeptieren?

Nein. Ein Ablehnungsschreiben ist zunächst die rechtliche Einschätzung des Versicherers. Ob die Ablehnung berechtigt ist, hängt vom Versicherungsvertrag, den Versicherungsbedingungen und den Umständen des Einzelfalls ab.

Wann sollte ich einen Rechtsanwalt einschalten?

Eine rechtliche Prüfung kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn der Versicherer die Leistung vollständig ablehnt, einen größeren Schaden nur teilweise reguliert, sich auf einen Ausschluss oder eine Obliegenheitsverletzung beruft oder die Angelegenheit bereits festgefahren ist.

Kann eine Rechtsschutzversicherung die Kosten übernehmen?

Das ist möglich, hängt aber vom konkreten Rechtsschutzvertrag und den dort vereinbarten Voraussetzungen ab. Die Rechtsschutzversicherung sollte deshalb gesondert geprüft werden.

Weiterführende Informationen zum Versicherungsrecht

Bei Fragen zu einer konkreten Versicherung ist unsere jeweilige Fachseite in der Regel der bessere Ausgangspunkt für Sie, weil dort die typischen rechtlichen Fragen bezogen auf die jeweilige Versicherungsart genauer erläutert werden. Unsere Fachseiten zu den einzelnen Versicherungssparten finden Sie hier:

Wir prüfen Ihren konkreten Versicherungsfall

Ob eine Versicherung zahlen muss, entscheidet sich selten allein anhand eines einzelnen Satzes in einem Ablehnungsschreiben. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Schadenereignis, Versicherungsvertrag, Versicherungsbedingungen, gesetzlichen Vorschriften und den vorhandenen Beweismitteln.

Wir prüfen die konkrete Entscheidung Ihres Versicherers und besprechen mit Ihnen, welche Möglichkeiten bestehen.

Persönliche und digitale Beratung

Sie müssen für eine Beratung nicht zwingend an einen unserer Standorte kommen. Gerade Versicherungsangelegenheiten lassen sich häufig anhand digital übermittelter Unterlagen bearbeiten.

Sie können uns die wesentlichen Unterlagen über unsere Online-Mandatsanfrage zukommen lassen. Eine Besprechung ist telefonisch oder per Microsoft Teams möglich.

Persönliche Termine an einem unser Kanzleistandorte sind selbstverständlich ebenfalls möglich.

 

Ihr Anwalt für Versicherungsrecht:

Gordian Ebner
Dr. Gordian Ebner
Rechtsanwalt
Master of Laws (LL.M.)

Für Fallanfragen nutzen Sie bitte unser Online-Mandatsanfrage-Formular:

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